Top3 November 2019

 

Verena Köhn-Hövel:
Umgang mit Erwartungsenttäuschungen im Stellenentscheidungsprozess

Empirische Personal- und Organisationsforschung, hrsg. von
Dorothea Alewell, Rüdiger Kabst, Albert Martin, Wenzel Matiaske, Werner Nienhüser, Florian Schramm, Wolfgang Weber, Band 62,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2019, 217 S.,
ISBN 978-3-95710-262-1 (print), € 24.80
ISBN 978-3-95710-362-8 (e-book pdf), € 22.99

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, zu beschreiben und zu erklären, wie Bewerber mit Erwartungsenttäuschungen im Stellenentscheidungsprozess umgehen. Die Besonderheit der Arbeit besteht in der expliziten Darstellung und Diskussion von drei Verhaltensmechanismen, die die Stellenentscheidung maßgeblich beeinflussen. Untersucht wird der Verlauf des Stellenentscheidungsprozesses von 54 Bewerbern anhand von prozessbegleitenden Befragungen sowie von vertiefenden Interviews.

Als Grundlage einer empirischen Untersuchung der Frage, wie Bewerber mit Erwartungsenttäuschungen im Stellenentscheidungsprozess umgehen, werden das Rubikon-Modell, die Image-Theorie und die Sozial-Kognitive-Karrieretheorie als theoretische Fundierung herangezogen. Im Ergebnis sind insbesondere das Anspruchsniveau, die Ergebnis- und die Selbstwirksamkeitserwartung und das Commitment als erklärungskräftige Verhaltensvariablen herauszustellen.

Schlüsselwörter: Bewerberverhalten, Entscheidung, Verhaltensforschung, Handlungstheorie, Selbstselektion, Personalauswahl, Personalbeschaffung, Erwartungsenttäuschung, Personalmanagement 

 

Florian Reith, Benjamin Ditzel, Markus Seyfried, Isabel Steinhardt, Tobias Scheytt (Hrsg.):
Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement an Hochschulen. Theoretische Perspektiven und Methoden

Universität und Gesellschaft – Schriftenreihe zur Universitätsentwicklung,
hrsg. von Ada Pellert, Tobias Scheytt, Elke Wild, Band 9,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München, 2019, 228 S.,
ISBN 978-3-95710-253-9 (print), € 27.80
ISBN 978-3-95710-353-6 (e-book pdf), € 24.99

Die Forschung zur Qualität in Studium und Lehre ist ein interdisziplinäres Feld. Genuine Beiträge aus der Hochschulforschung werden ergänzt durch Beiträge aus anderen Feldern, wie etwa der Hochschuldidaktik, dem Public Management oder der Evaluationsforschung. Die theoretischen und methodischen Referenzpunkte sind daher vielfältig – und erklärungsbedürftig.

Dieser konzeptionellen Vielfalt steht eine in vielen Fällen vereinheitlichende Praxis des Qualitätsmanagements an Hochschulen gegenüber. Qualitätssicherungsverfahren fokussieren nicht mehr nur auf den Nachweis von Qualität einzelner Studienprogramme oder Lehrveranstaltungen, sondern – integrativ – auf die Güte und Zuverlässigkeit der Qualitätssicherungsverfahren selbst. Mit dieser Art des Qualitätsmanagements ist in zunehmendem Maße eine organisationsweite Steuerungsabsicht verbunden.

Fragen, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen theoretischer Vielfalt und integrativer Praxis ergeben, und denen sich dieser Band der Schriftenreihe „Universität und Gesellschaft“ widmet, umfassen:

·       Was bedeutet es, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement an Hochschulen mit unterschiedlichen disziplinären, theoretischen und methodischen Ansätzen zu erforschen? Wie lassen sich qualitätsbezogene Interventionen theoretisch konzipieren?

·       Welche Auswirkungen hat der jeweilige konzeptionelle Zugang zum Thema auf das konkrete empirische Vorgehen? Welche Arten von Aussagen werden dadurch (nicht) möglich?

·       Was bedeutet die Implementierung von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement für die Organisation Hochschule? Wie variieren externe oder interne Veränderungsinitiativen die Verfahren, Strukturen und Verhaltensweisen innerhalb der Hochschule? Welche Wirkung hat dies auf das Personal, die Prozesse und Strukturen?

Schlüsselwörter: Hochschulmanagement, Hochschulforschung, Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung

 

Heike Jahncke:
(Selbst-)Reflexionsfähigkeit. Modellierung, Differenzierung und Beförderung mittels eines Kompetenzentwicklungsportfolios

Schriften zur Berufs- und Wirtschaftspädagogik,
hrsg. von Karin Rebmann, Band 15,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2019, 384 S.,
ISBN 978-3-95710-246-1 (print), € 34.80
ISBN 978-3-95710-346-8 (e-book pdf), € 32.99

Die Dissertationsschrift widmet sich dem zunehmend wichtiger werdenden Thema der Professionalisierung angehender Lehrkräfte und innerhalb dieser der Beförderung von (Selbst‑)Reflexionsfähigkeit als einem wesentlichen Element von Professionalität. Spezifischer Fokus ist es dabei, (Selbst‑)Reflexionsfähigkeit zu modellieren. (Selbst‑)Reflexion meint sowohl die Selbstreflexion der Studierenden über sich selbst und ihre Handlungen als auch die Reflexion über äußere Umstände und Rahmenbedingungen. Um dieses Verständnis greifbar zu machen, wird mit einem inhaltsanalytischen Ansatz ein Kompetenzstruktur- und -stufenmodell der (Selbst-)Reflexion entwickelt und als Ausgangspunkt für die Analyse der (Selbst-)Reflexionskompetenz von angehenden Lehrkräften genutzt. Erst das Vorliegen eines solch aussagekräftigen Modells zur Beschreibung der (Selbst‑)Reflexionsfähigkeit erlaubt es, Lehr-Lernkonzepte zum Erwerb dieser Fähigkeit gezielt zu entwickeln. Auf Basis von Gestaltungskriterien wurde so ein eigenes, phasenübergreifendes Kompetenzentwicklungsportfolio mit dem primären Ziel der Beförderung der (Selbst‑)Reflexionsfähigkeit bei angehenden Lehrer(inne)n entwickelt. Mithilfe der Reflexionsanlässe aus dem Kompetenzentwicklungsportfolio wurde untersucht, wie sich die (Selbst‑)Reflexionsfähigkeit von Studierenden im Zeitverlauf entwickelt. Konkret geht die Dissertationsschrift somit den folgenden Fragestellungen nach:

·       Wie lässt sich das Konstrukt „Reflexion“ bzw. „Selbstreflexion“ modellieren?

·       Lässt sich das theoretisch entwickelte Modell der (Selbst-)Reflexionskompetenz empirisch bestätigen?

·       Wie sollte ein Portfolio ausgestaltet sein, um zur Beförderung der (Selbst-)Reflexionskompetenz beizutragen?

·       Wie sieht ein konkretes Kompetenzentwicklungsportfolio zur Beförderung der (Selbst‑)Reflexionskompetenz aus?

·       Wie lassen sich Lehramtsstudierende hinsichtlich ihrer (Selbst-)Reflexionskompetenz zu Beginn des Studiums klassifizieren?

·       Wie entwickelt sich durch ausgewählte Reflexionsanlässe des Kompetenzentwicklungsportfolios die (Selbst-) Reflexionskompetenz in den verschiedenen Studierendengruppen?

Die Beantwortung dieser insgesamt sechs Forschungsfragen leistet einen wesentlichen Beitrag zur klaren Modellierung, Differenzierung und Beförderung der (Selbst-)Reflexion und die Dissertationsschrift bietet somit eine empirische Grundlage für weitere Forschungsarbeiten und die Weiterentwicklung von Professionalisierungsmaßnahmen in der Praxis.

Schlüsselwörter: (Selbst-)Reflexion, Professionalisierung Kompetenzentwicklungsportfolio, Lehrerbildung, Latente Klassenanalyse