Top3 Juni 2017

 

André Latz:
Vertrauen durch Führung. Demokratisierungstendenzen in der deutschen Bundeswehr

Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2017, 230 S.,
ISBN 978-3-95710-089-4 (print), € 27.80
ISBN 978-3-95710-189-1
(e-book pdf), € 24.99

Wertschätzende Führung und Vertrauen sind in allen Organisationen unabdingbar für intrinsische Motivation, organisationale Fairness und Erfolg. Vor allem die Wechselwirkungen von Vertrauen, Führung, Fairness und Motivation können positiv ausgestaltet werden. Die Demokratisierungstendenzen in der Bundeswehr und die Konzeption der Inneren Führung stellen sich in diesem Kontext als beispielgebend für eine zeitgemäße Führungskultur heraus.

Methodisch handelt es sich bei dieser Publikation um eine soziologische Studie, die auch interdisziplinäre Ansätze aufgreift. Die Führungskultur der Bundeswehr wird im Rekurs auf die Theorien von Pierre Bourdieu, Michel Foucault sowie aus der Verhaltensökonomie in den Fokus gerückt und auf Unternehmen bezogen. Dabei zeigt sich, dass militärische und wirtschaftliche Zweckrationalität mit den freiheitlich-demokratischen Grundwerten in Einklang gebracht werden kann und muss.

„In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist der Soldat etwas geworden, was man fabriziert. Aus einem formlosen Teig, aus einem untauglichen Körper macht man die Maschine, deren man bedarf.“

(Michel Foucault in Überwachen und Strafen)

„Es braucht Frauen und Männer, Soldatinnen und Soldaten, die Entscheidungen treffen können und wollen, die verlässlich, nachvollziehbar, transparent und fachlich richtig sind. […] Es geht um Kreativität, Offenheit und Flexibilität weit über ‚den fachlichen Tellerrand‘ hinaus. Die Königsdisziplin aber sind die Kompetenzen in der Menschenführung. Vieles von dem ist in der Bundeswehr eigentlich selbstverständlich – der Inneren Führung sei Dank. Und doch müssen wir Sorge tragen, dass dies bei jeder neuen Generation von Offizieren auch so bleibt.“

(Frau Dr. Ursula von der Leyen, Bundesverteidigungsministerin)

„Attraktiv ist dort, wo gut geführt wird. Die Innere Führung der Bundeswehr stellt dazu wertegebundene, verbindliche Vorgaben bereit. Gute Führung – zu Hause in Deutschland und vor allem im Einsatz gründet sich auf Vertrauen, Wertschätzung und Kompetenz. Diese Werte zu stärken – darum geht es, jeden Tag.“

(Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur im Zentrum Innere Führung)

Schlüsselwörter: Führungskompetenz, intrinsische Motivation, organisationale Fairness, Bundeswehr, Wirtschaftsethik

 

Stephan Kaiser, Arjan Kozica (Hg.):
Ethik im Personalmanagement. Zentrale Konzepte, Ansätze und Fragestellungen

dnwe schriftenreihe, folge 21,
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2012, 295 S.,
ISBN 978-3-86618-673-6 (print), € 29.80
ISBN
978-3-86618-773-3 (e-book pdf), € 27,99

In der Wirtschafts- und Unternehmensethik werden teils explizit, stets aber zumindest implizit Fragen des Personalmanagements (mit-)diskutiert. Die Profession der Personalmanager indes hat sich lange Zeit nicht besonders intensiv mit normativen Fragen des Personalmanagements auseinandergesetzt. Dies ändert sich in letzter Zeit. Der vorliegende Band greift das steigende Interesse an einer vertiefenden Diskussion über Ethik im Personalmanagement auf und setzt Impulse für Theorie und Praxis des Personalmanagements. Die einzelnen Beiträge nähern sich der Ethik im Personalmanagement aus unterschiedlichen Perspektiven, wie beispielsweise der ethischen, psychologischen und ökonomischen. Hierdurch werden die Erkenntnisse der Wirtschafts- und Unternehmensethik auf die spezifischen „Personal-Probleme“ angewandt und dadurch insbesondere für Praktiker „konkreter“ gemacht. Gleichzeitig ist es das Ziel, die theoretische Diskussion des Personalmanagements um ethische Aspekte anzureichern.

Schlüsselwörter: Personalethik, Unternehmensethik, Personalmanagement, Wirtschaftsethik, Human Resource Management

 

Eva Clasen:
Kreativität und Kompetenzen von IngenieurInnen. Kontrolle, Steuerung und Eigensinn in wissensintensiver Arbeit

Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 6,
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2016, 201 S.,
ISBN 978-3-95710-077-1 (print), € 24.80
ISBN 978-3-95710-177-8 (e-book pdf), € 22.99

ISBN 978-3-95710-077-1 (print), € 24.80
ISBN 978-3-95710-177-8 (e-book pdf), € 22.99

Vor dem Hintergrund des postulierten Übergangs von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft gewinnt Wissensarbeit in betrieblicher Praxis und Wissenschaft zunehmend an Bedeutung: Im Forschungs- und Entwicklungsbereich der Industrie sind kompetente und kreative IngenieurInnen eine notwendige Voraussetzung für Produkt- und Verfahrensinnovationen. Es bedarf aber  ebenso der Bereitschaft der IngenieurInnen, Kompetenzen und Kreativität in den Arbeitsprozess einzubringen. Im wissenschaftlichen Kontext stellen sich daher die alten Fragen nach der Transformation von Arbeitskraft in Arbeitsleistung und der Ausgestaltung der Arbeitsprozesse von IngenieurInnen neu:

-            Wie versuchen Unternehmen Kreativität und Kompetenzen – die beide in hohem Maße an das Subjekt gekoppelt sind – zu kontrollieren und zu steuern?

-            Wie (eigensinnig) gestalten WissensarbeiterInnen ihre Arbeit und welche Rolle spielt das berufliche Selbstverständnis dabei?

Zur Beantwortung dieser Fragen führt die Autorin Fallstudien in zwei Industrieunternehmen durch und verknüpft arbeitssoziologische Konzepte der Subjektivierung von Arbeit und des Arbeitsvermögens mit der angelsächsischen Labour Process Theory.

Schlüsselwörter: Wissensarbeit, Kreativität, Kompetenz­entwicklung, Labour Process Theory, Kontrolle, Steuerung und Eigensinn, Subjektivierung von Arbeit, Arbeitsvermögen