Top3 Juli 2020

 

Juliane Neumann:
Zusammenspiel von National- und Professionskultur im internationalen Transfer des Performance Managements. Eine Fallstudie zur Rezeption in europäischen Tochtergesellschaften auf Basis der ‚multiple cultures‘ Perspektive und unter besonderer Berücksichtigung der Mitarbeiterperspektive

Schriftenreihe Internationale Personal- und Strategieforschung,
hrsg. von Marion Festing und Susanne Royer, Band 17
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2020, 312 S.
ISBN 978-3-95710-276-8 (print), € 29.80
ISBN 978-3-95710-376-5 (e-book pdf), € 27.99

Um Synergien zu bilden und Wettbewerbsvorteile zu sichern, werden Managementpraktiken von Multinationalen Unternehmen häufig standardisiert und international transferiert. In der Vergangenheit sind internationale Transferprozesse jedoch oftmals gescheitert oder nur konfliktreich umgesetzt worden, da kulturelle Merkmale der ausländischen Tochtergesellschaften nicht berücksichtigt worden sind. Insbesondere HR-Praktiken wie das Performance Management sind durch ihren nationalen Kontext geprägt und weisen z. T. elementare Differenzen zu anderen Ländern auf. Bisher hat sich die Forschung primär auf die Perspektive des Managements konzentriert. Diese Arbeit widmet sich bewusst der Mitarbeiterperspektive und geht der Frage nach, welche kontextuellen Faktoren die Rezeption von Mitarbeitern beeinflussen und einen erfolgreichen Transfer ggf. hemmen können.

Die Autorin entwickelt hierzu auf Basis der multiple culture‘-Perspektive ein theoretisch umfassendes Transfermodell, das disziplinübergreifend alle bekannten Einflussfaktoren sowie die Rezeptionsmuster selbst skizziert. U.a. werden Erkenntnisse aus der interkulturellen und vergleichenden Kulturwissenschaft, der strategischen (Personal-)Managementforschung, der Linguistik und dem Neo-Institutionalismus integriert. Das Modell wird durch eine empirische Fallstudie reflektiert und erweitert. Durch das Modell werden das komplexe Wechselspiel möglicher Einflussfaktoren auf die Rezeption sowie Umsetzungsmuster deutlich veranschaulicht.

Die Arbeit knüpft damit an die noch immer aktuelle Debatte um globale Standardisierung und lokale Anpassung in Wissenschaft und Praxis an und bietet durch ihren innovativen Forschungsansatz wie den Fokus auf die Mitarbeiterperspektive neue Erkenntnisse. Zudem werden Praktikern, die einen internationalen Transfer zu verantworten haben, wertvolle Hinweise für die Implementierung und Rekontextualisierung der Managementpraktik gegeben.

Schlüsselwörter: Multinationale Unternehmen, internationales Personalmanagement, Performance Management, internationaler Transfer, globale Standardisierung, lokale Anpassung, multiple cultures perspective, Rekontextualisierung

 

Stephanie Porschen-Hueck, Marc Jungtäubl, Margit Weihrich (Hrsg.):
Agilität? Herausforderungen neuer Konzepte der Selbstorganisation

Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2020, 265 S.,
ISBN 978-3-95710-271-3 (print), € 27.80
ISBN 978-3-95710-371-0 (e-book pdf), € 24.99

Agilität ist ein Topthema in der Arbeitswelt. Das hat seinen Grund darin, dass selbstorganisiertes Arbeiten immer wichtiger wird und daher Alternativen zu herkömmlichen Formen betrieblicher Steuerung gefragt sind. Agile Verfahren bieten sich hierfür an. Was aber kann Agilität tatsächlich leisten? In diesem Band setzen sich Expert*innen aus Arbeitsforschung und -praxis aus unterschiedlichen Perspektiven mit dieser Frage auseinander. Was genau meint Selbstorganisation? Wie müssen betriebliche Rahmenbedingungen gestaltet sein, damit Agilität funktioniert? Wie geht man damit um, dass auch agile Verfahren formale Steuerungsinstrumente sind und Selbstorganisation einschränken? Welche alternativen Verfahren können Selbstorganisation fördern? Und worauf ist zu achten, wenn man Agilität aus der Softwareentwicklung in andere Bereiche exportieren möchte, in denen bereits in hohem Maße selbstorganisiert gearbeitet wird – wie etwa in der stationären Krankenpflege? Der Band lädt zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema Agilität ein und eröffnet konkrete Gestaltungsvorschläge für selbstorganisiertes Arbeiten.

Schlüsselwörter: Agilität, Selbstorganisation, Innovationsarbeit, Interaktionsarbeit, Wissensarbeit, Formalisierung, Belastungen, Arbeitsgestaltung, Industrie, Gesundheitswesen und Pflege

 

Siegfried Rosner, Andreas Winheller:
Gelingende Kommunikation – revisited. Ein Leitfaden für partnerorientierte Gesprächsführung, professionelle Verhandlungsführung und lösungsfokussierte Konfliktbearbeitung

Systemische Organisationsberatung und Aktionsforschung, hrsg. von Siegfried Rosner, Band 3,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München, 5. Aufl. 2019, 408 S.,
ISBN 978-3-95710-233-1 (print), € 32.80
ISBN 978-3-95710-333-8 (e-book pdf), € 29.99

Voraussetzung für Ihren Erfolg in Gesprächen, Verhandlungen und Konflikten ist das Gelingen von Kommunikation. Diese in wesentlichen Abschnitten überarbeitete und ergänzte Neuauflage versteht sich nach wie vor als praktische Handreichung mit wissenschaftlicher Fundierung und enthält weiterführende Übungsaufgaben und Arbeitshilfen, die den Praxistransfer unterstützen.

Das Buch bietet im ersten Abschnitt neben der Einführung in die Grundlagen der ziel- und partnerorientierten Gesprächsführung auch Leitfäden für verschiedene Gesprächssituationen in der Leitungsfunktion und enthält Empfehlungen für die Moderation von Teamsitzungen und von Konfliktgesprächen.

Im zweiten Abschnitt geht es um Strategien, Taktiken und Techniken einer professionellen und performanceorientierten Verhandlungsführung, die auch im Rahmen des Verhandlungsansatzes der Konfliktmediation genutzt werden können. Schritt für Schritt geht es zum wertschöpfenden Deal. Es wird gezeigt, wie Verhandlungen sachgerecht strukturiert und typische Fehler vermieden werden können. Fragen zur Verhandlungsvor- und Verhandlungsnachbereitung werden ebenso erörtert wie die besonderen Aspekte des Verteilungsverhandelns.

Die lösungsfokussierte Konfliktbearbeitung mit Hilfe externer Dritter steht im Mittelpunkt des dritten Abschnitts. Dabei werden die Verknüpfungen zwischen der transformativen Konfliktmediation und den systemischen Strukturaufstellungsverfahren herausgearbeitet und die Transformation einer Konfliktkonstellation auch auf systemische und systemtheoretische Veränderungsmodelle bezogen.